Die ehrliche Antwort: Es gibt keinen universell „guten" ROAS. Ein ROAS von 2,0 kann für die eine Marke fantastisch und für die andere ein Verlustgeschäft sein — der Unterschied ist die Marge. Wer ROAS-Benchmarks aus dem Internet ungeprüft übernimmt, trifft falsche Entscheidungen. Rechnen wir es sauber durch.
Die eine Formel, die zählt:
Break-even-ROAS = 1 ÷ Deckungsspanne.
Bei 50 % Marge: 1 ÷ 0,5 = 2,0. Alles darüber ist profitabel,
alles darunter Verlust.
Was ROAS und CPA überhaupt bedeuten
- ROAS (Return on Ad Spend): Umsatz ÷ Werbeausgaben. ROAS 3 heißt: 3 € Umsatz je 1 € Werbung.
- CPA (Cost per Acquisition): Werbeausgaben ÷ Anzahl Käufe. Was dich ein Neukunde/Kauf gekostet hat.
Beide messen dasselbe aus zwei Richtungen. Keiner der Werte sagt für sich genommen, ob du Geld verdienst — dafür brauchst du deine Marge.
Der entscheidende Punkt: dein Break-even-ROAS
Dein Break-even-ROAS ist der Punkt, an dem die Werbung sich exakt selbst trägt. Er ergibt sich aus deiner Deckungsspanne (Anteil vom Verkaufspreis, der nach Wareneinsatz & variablen Kosten übrig bleibt):
| Deckungsspanne | Break-even-ROAS |
|---|---|
| 30 % | ≈ 3,3 |
| 40 % | 2,5 |
| 50 % | 2,0 |
| 60 % | ≈ 1,7 |
| 70 % | ≈ 1,4 |
Ein „guter" ROAS ist einer, der komfortabel über deinem Break-even liegt — genug Puffer für Gewinn, ohne dass du dich auf Mini-Volumen kleinsparst.
Warum „guter ROAS" branchenabhängig ist
Hohe Margen (z.B. viele Beauty- oder Supplement-Marken) verkraften niedrige ROAS-Werte problemlos. Niedrige Margen (z.B. Elektronik) brauchen hohe ROAS-Werte, um überhaupt profitabel zu sein. Deshalb ist jeder pauschale Benchmark mit Vorsicht zu genießen — deine Zahl steht in deiner Kalkulation, nicht in einem Blog.
ROAS ist nicht alles: Volumen & Deckungsbeitrag
Ein sehr hoher ROAS klingt gut, entsteht aber oft durch zu kleines Budget (typisch im Retargeting). Für Wachstum zählt der profitable Deckungsbeitrag in Summe — also wie viel Gewinn nach Werbung übrig bleibt, nicht der höchste ROAS auf kleiner Flamme. Wie viel Budget dafür nötig ist, steht in Wie viel Werbebudget brauchst du für Meta Ads?
Häufige Fragen
Was ist ein guter ROAS?
Es gibt keinen universellen Wert. Entscheidend ist dein Break-even-ROAS: 1 geteilt durch deine Deckungsspanne. Bei 50 % Marge liegt der Break-even bei 2,0 — alles darüber ist profitabel. Ein „guter" ROAS ist also einer, der komfortabel über deinem Break-even liegt.
Was ist der Unterschied zwischen ROAS und CPA?
ROAS (Return on Ad Spend) misst Umsatz pro Werbe-Euro. CPA (Cost per Acquisition) misst, was dich ein Kauf gekostet hat. Beide beschreiben dasselbe aus zwei Blickwinkeln — profitabel bist du, wenn dein Deckungsbeitrag pro Verkauf höher ist als dein CPA.
Warum ist ein hoher ROAS nicht immer gut?
Ein sehr hoher ROAS bedeutet oft, dass du zu wenig ausgibst und Wachstum liegen lässt — meist entsteht er im Retargeting warmer Zielgruppen. Für Wachstum zählt profitables Volumen, nicht der höchstmögliche ROAS auf kleiner Flamme.