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E-Mail & Klaviyo

Klaviyo, Brevo oder Mailchimp: Welches E-Mail-Tool passt zu deinem Shop?

Für einen Shop entscheiden drei Fragen mehr als jede Funktionsliste: welche Kontakte du bezahlst, wie viel vom Shop im Tool ankommt und wo die Daten liegen. Klaviyo rechnet nach erreichbaren Profilen, übernimmt aus dem Shop auch einzelne Bestellpositionen und das Verhalten der Besucher und speichert bestehende Konten in den USA. Brevo speichert in der EU und koppelt den Preis an eine Stufe aus Versandmenge und Kontakten. Mailchimp zählt auch abgemeldete Kontakte mit und hat im Gratis-Tarif keine Automatisierungen. Stand der Angaben: 22.10.2026, der Klaviyo-Preis für 500 Profile vom 08.10.2026. Quellen sind die Preisseiten und Hilfecenter der drei Anbieter. Angaben aus verlinkten Artikeln tragen deren Stand.

Vorweg, damit du den Text richtig einordnest: systemADic richtet E-Mail-Strecken in Klaviyo ein und betreut sie. Brevo und Mailchimp bieten wir nicht an. Was hier über diese beiden steht, stammt deshalb aus den Angaben der Anbieter, nicht aus eigener Projekterfahrung.

Wonach abgerechnet wird und wer mitzählt

Die Einstiegspreise liegen nah beieinander. Der Unterschied steckt darin, was gezählt wird:

KlaviyoBrevoMailchimp
Gratis-Tarif250 aktive Profile, 500 E-Mails im Monat300 E-Mails am Tag, bis 100.000 gespeicherte Kontakte250 Kontakte, 500 E-Mails im Monat, höchstens 250 am Tag
Abgerechnet nachaktiven Profilen, im kleinsten Tarif 5.000 E-Mails für 500 ProfileStufe aus Versandmenge und speicherbaren KontaktenKontakten, Versandlimit das 10- bis 15-Fache je Tarif
Was mitzähltjedes per E-Mail erreichbare Profil, auch ohne Werbeeinwilligunggespeicherte Kontakte bis zur Grenze der Stufeabonnierte, abgemeldete und nicht abonnierte Kontakte
kleinster bezahlter Tarif20 US-Dollar für 500 Profile (Stand 08.10.2026)Starter 7 € bei monatlicher Zahlung, für 5.000 E-Mails und bis 500 KontakteEssentials ab 11,66 € für bis zu 500 Kontakte

Drei Punkte aus den Hilfeseiten sind für einen Shop entscheidend:

  • Klaviyo zählt jedes Profil, das sich per E-Mail erreichen lässt, also auch Kunden, die ihre Adresse nur im Checkout eingegeben haben. Wie sich das auf die Rechnung auswirkt und wie du sie mit Listenpflege klein hältst, steht in Was kostet Klaviyo?.
  • Mailchimp zählt ausdrücklich auch abgemeldete und nicht abonnierte Kontakte. Nicht abonniert sind laut Mailchimp unter anderem Kontakte aus dem Onlineshop, die nicht in Werbung eingewilligt haben. Nicht mit zählen bereinigte, archivierte und gelöschte Kontakte. Wer in einem bezahlten Tarif mehr Kontakte hat als gebucht, zahlt laut Mailchimp einen Aufschlag, der Versand läuft weiter. Im Free-Tarif wird der Versand dann angehalten. Beim Verbinden mit Shopify lässt Mailchimp dich auswählen, welche Kontakttypen synchronisiert werden.
  • Bei Brevo liegt die Annahme nahe, man zahle nur für den Versand. Für die Monatstarife trifft das laut Brevos eigener Tarifübersicht so nicht zu: Die gewählte Stufe legt die Versandmenge und die Zahl der speicherbaren Kontakte fest. In der kleinsten Stufe sind das 5.000 E-Mails im Monat und bis zu 500 Kontakte, für die Starter-Stufen von 20.000 bis 100.000 E-Mails nennt die Übersicht bis zu 500.000 Kontakte. Nur der Gratis-Tarif speichert bis zu 100.000 Kontakte, begrenzt dafür den Versand auf 300 E-Mails am Tag. Nach Versand allein rechnet Brevo nur bei E-Mail-Guthaben ab, die du zusätzlich oder statt eines Monatstarifs kaufen kannst.

Vergleiche nicht die Einstiegspreise, sondern die Zählweise. Klaviyo und Mailchimp berechnen auch Kontakte, die nie in Werbung eingewilligt haben. Brevo bindet den Preis an eine Stufe aus Versandmenge und Kontaktgrenze. Rechne alle drei mit der Kontaktzahl aus deinem Shop und nicht mit der Zahl deiner Newsletter-Abonnenten.

Zwei Dinge kommen bei der Abrechnung dazu. Klaviyos Preisrechner zeigte am 08.10.2026 US-Dollar, Brevo und Mailchimp zeigen auf ihren deutschen Preisseiten Euro. Ob Umsatzsteuer dazukommt, steht in den Bedingungen der Anbieter. Und bei allen drei kommen SMS und andere Kanäle getrennt dazu.

Was im Gratis- und Einstiegstarif automatisiert werden kann

Für einen Shop sind Automatisierungen der Kern: Willkommensstrecke, Warenkorbabbruch, Nachkauf. Hier unterscheiden sich die Gratis-Tarife am deutlichsten:

  • Klaviyo enthält laut Preisseite schon im Gratis-Tarif Automatisierungen und Segmente. Die Grenze ist der Versand: Sind die 500 E-Mails im Monat verbraucht, geht bis zum nächsten Zeitraum nichts mehr raus, auch keine automatische Mail.
  • Brevo enthält im Gratis-Tarif Automatisierungen für bis zu 2.000 einzigartige Kontakte in aktiven Automatisierungen. Ist die Grenze erreicht, kommen keine neuen Kontakte mehr hinein. Wer schon drin ist, läuft weiter. Laut Brevo-Hilfe hebt erst ein Wechsel auf Standard oder höher die Grenze auf. Die deutsche Preisseite führt Marketing-Automatisierung mit beliebig vielen mehrstufigen Workflows beim Standard-Tarif ab 15 € im Monat.
  • Mailchimp enthält im Free-Tarif laut Tarifvergleich keine Marketing-Automatisierungen. Essentials erlaubt Abläufe mit bis zu vier Schritten, Standard bis zu 200 Flow-Punkte. Ob eine Wartezeit als Schritt zählt, sagt die Tarifübersicht nicht. Prüf das im Editor, bevor du eine Strecke mit mehreren Mails planst.

Wie eine Warenkorbabbruch-Strecke aufgebaut ist und wann die erste Mail rausgehen sollte, steht in Warenkorbabbruch-Flow. Für den Vergleich reicht hier: Mit Mailchimp Free lässt sie sich laut Tarifvergleich gar nicht bauen, mit Brevo Free bis zur Kontaktgrenze, mit Klaviyo Free bis zur Versandgrenze.

Wie viel vom Shop im Tool ankommt

Eine Strecke kann nur auf Daten reagieren, die das Tool kennt. Alle drei haben eine Shopify-Anbindung, aber sie übertragen unterschiedlich viel:

  • Klaviyo übernimmt laut eigener Datenreferenz aus Shopify unter anderem begonnene Checkouts, Bestellungen, jede Bestellposition als eigenes Ereignis, Versand-, Storno- und Erstattungsereignisse sowie Verhalten im Shop: Aktivität, angesehene Produkte und Kollektionen, Suchen, in den Warenkorb gelegte Artikel. Aktivität und angesehene Produkte erfasst ein Klaviyo-Skript im Shop, die übrigen Ereignisse kommen direkt von Shopify.
  • Mailchimp for Shopify überträgt laut Mailchimp-Hilfe E-Mail-Adresse, Name, Bestellinformationen und eigene Felder und beginnt, einen Teil des Verhaltens wie besuchte Seiten zu synchronisieren. Alle Felder außer Rabattcodes laufen in Echtzeit. Eine Warnung steht in derselben Anleitung: Bestehende Warenkorbabbruch-Automatisierungen musst du nach dem Verbinden neu anlegen.
  • Brevo bindet Shopify über die App „Brevo PushOwl” an, die es im Shopify App Store mit kostenlosen und kostenpflichtigen Abos gibt. Sie synchronisiert laut Brevo-Hilfe Kunden, Artikel, Kollektionen und Bestellungen, installiert einen Tracker im Shop und kann Willkommens-, Produktabbruch-, Wieder-verfügbar- und Warenkorbabbruch-Mails automatisieren. Wer schon ein Brevo-Konto hat, muss laut Hilfe einen eigenen Migrationsweg gehen.

Der Unterschied zeigt sich bei Segmenten nach Kaufverhalten. „Hat Produkt A gekauft, aber nie das passende Zubehör” setzt voraus, dass das Tool einzelne Bestellpositionen kennt und nicht nur den Bestellwert. Klaviyo beschreibt genau das in seiner Datenreferenz. Bei Brevo und Mailchimp kommen Bestelldaten laut Hilfe ebenfalls an. Wie fein sich danach filtern lässt, haben wir dort nicht im Einsatz geprüft.

Wo die Daten gespeichert werden

Für viele deutsche Shops ist das die Frage, die am Ende entscheidet. Die Angaben der Anbieter:

ToolSpeicherort laut AnbieterQuelle
BrevoEU: OVH in Frankreich und Deutschland, Google Cloud in BelgienBrevo-Hilfe „Speicherort der Daten”
MailchimpServer in den USAMailchimp-Hilfe zu europäischen Datenübermittlungen
Klaviyobestehende Konten in den USA, für berechtigte Neukunden seit 15.09.2026 eine EU-Umgebung in DeutschlandDatenschutz-FAQ und Produktseite Klaviyo Data Platform

Bei Klaviyo passen die eigenen Seiten an dieser Stelle nicht zusammen. Die Datenschutz-FAQ, zuletzt aktualisiert am 16.06.2026 und damit vor dem angekündigten Start der EU-Umgebung, sagt: Alle Kundendaten liegen in einem Rechenzentrum in Nord-Virginia, eine Speicherung außerhalb der USA gibt es nicht. Die Produktseite zur Klaviyo Data Platform kündigt an, dass berechtigte Neukunden ab dem 15.09.2026 im Rahmen einer begrenzten Verfügbarkeit in einer EU-Umgebung in Deutschland angelegt werden können, mit Speicherung in der EU ab dem ersten Tag. Bestehende Konten können währenddessen nicht umziehen, Klaviyo rechnet mit Migrationen ab dem ersten Quartal 2027. Wer als Neukunde berechtigt ist, sagt die Seite nicht. Die englische Fassung spricht von Neukunden mit Vertrag („contracted customers”). Ob ein Konto im Gratis-Tarif dazugehört, ist damit fraglich. Wenn du EU-Speicherung brauchst, frag vor dem Anlegen des Kontos bei Klaviyo nach.

Für Übermittlungen in die USA stützen sich Mailchimp und Klaviyo laut eigenen Angaben auf das EU-US Data Privacy Framework und, wo das nicht greift, auf Standardvertragsklauseln. Der Speicherort ist aber nur ein Teil der Datenschutzfrage. Auftragsverarbeitungsvertrag, Unterauftragsverarbeiter und vor allem die Einwilligung deiner Empfänger musst du bei jedem der drei Tools selbst klären. Ob dir das Data Privacy Framework als Grundlage reicht, ist eine Frage für deine Datenschutzberatung, nicht für einen Tool-Vergleich. Wie die Einwilligung bei der Anmeldung sauber nachgewiesen wird, steht in Welcome-Strecke aufbauen.

Welches Tool zu welchem Shop passt

Aus den Angaben der Anbieter ergibt sich kein Sieger, sondern drei Profile:

  • Klaviyo passt, wenn du einen Shopify- oder WooCommerce-Shop hast und Strecken nach Kaufverhalten willst: Nachkauf nach Produkt, Rückgewinnung nach Kaufabstand, Segmente nach Bestellpositionen. Dafür zahlst du nach erreichbaren Profilen, und die Liste wächst mit jedem Checkout. Ohne Listenpflege steigt die Rechnung schneller als der Umsatz aus E-Mail.
  • Brevo passt, wenn die Speicherung in der EU eine feste Vorgabe ist oder wenn du viele Kontakte hast, aber selten versendest. Transaktionsmails und SMS laufen im selben Konto. Im Gratis-Tarif bremst die Grenze von 2.000 Kontakten in Automatisierungen, für Strecken ohne diese Grenze nennt die Preisseite den Standard-Tarif.
  • Mailchimp passt, wenn im Mittelpunkt ein regelmäßiger Newsletter steht und die Automatisierung einfach bleibt. Für einen Shop mit Warenkorbabbruch-Strecke brauchst du mindestens Essentials. Und du bezahlst abgemeldete Kontakte mit, solange du sie nicht archivierst.

Unsere eigene Wahl für Shopify-Shops ist Klaviyo, aus dem Grund im Abschnitt über die Shopdaten: Bestellungen, Bestellpositionen und Warenkörbe kommen über die Anbindung direkt an. Mit einem anderen System geht es auch. Dann klären wir vorher, wie sauber die Daten übergeben werden, weil davon der Aufwand abhängt. Was wir bei Klaviyo einrichten, steht auf der Seite zu E-Mail und Klaviyo.

Was du vor einem Wechsel prüfen solltest

Wer schon mit einem der drei Tools arbeitet, wechselt selten nur wegen des Preises. Vier Dinge gehören vorher auf die Liste:

  1. Die eigene Kontaktzahl nach Zählweise des neuen Tools. Nicht die Abonnenten zählen, sondern alle Kontakte, die das neue Tool berechnen würde, inklusive der Kunden aus dem Checkout.
  2. Die Einwilligungsnachweise und die Abmeldungen. Für jeden Kontakt müssen Datum, Quelle, Wortlaut der Einwilligung und die Bestätigung der Anmeldung mit umziehen. Ohne sie fehlt im neuen Tool der Nachweis, dass du die Leute anschreiben darfst. Genauso wichtig ist die Gegenrichtung: Abgemeldete und gesperrte Adressen gehören als Sperrliste ins neue Tool, sonst schreibt es sie nach dem Import wieder an. Und bevor die ersten Daten umziehen, braucht es mit dem neuen Anbieter einen Auftragsverarbeitungsvertrag.
  3. Die laufenden Strecken. Rechne damit, sie im neuen Tool neu zu bauen. Eine Übernahme zwischen den Anbietern beschreibt keine der hier ausgewerteten Hilfeseiten. Selbst innerhalb von Mailchimp müssen bestehende Warenkorbabbruch-Automatisierungen nach dem Verbinden mit Shopify laut Anleitung neu angelegt werden.
  4. Die Absenderdomain. SPF, DKIM und DMARC müssen für das neue Tool eingerichtet sein, bevor die erste Mail rausgeht, sonst leidet die Zustellung. Wie das zusammenhängt, steht in E-Mail-Zustellbarkeit.

Preise und Tarifgrenzen ändern sich bei allen drei Anbietern regelmäßig. Prüf die Zahlen aus diesem Artikel vor deiner Entscheidung auf den Preisseiten der Anbieter. Sie sind der Stand vom 22.10.2026, der Klaviyo-Preis der vom 08.10.2026.

Häufige Fragen

Ist Brevo günstiger als Klaviyo?

Beim kleinsten bezahlten Tarif ja. Brevos Starter-Tarif kostet laut Preisseite 7 € im Monat bei monatlicher Zahlung, für 5.000 E-Mails und bis zu 500 Kontakte, Klaviyo nannte am 08.10.2026 für 500 aktive Profile 20 US-Dollar im Monat. Für deinen Shop zählt aber die Zählweise: Klaviyo rechnet nach erreichbaren Profilen, Brevo nach einer Stufe aus Versandmenge und speicherbaren Kontakten. Rechne beide mit deiner eigenen Kontaktzahl und deinem Versand nach. Stand: 22.10.2026.

Zählen bei Mailchimp abgemeldete Kontakte mit?

Ja. Laut Mailchimp-Hilfe zählen abonnierte, abgemeldete und nicht abonnierte Kontakte zum Kontaktlimit, also auch Kunden aus dem Shop, die nie in Werbung eingewilligt haben. Nicht mit zählen bereinigte, archivierte und gelöschte Kontakte. Wer Kosten sparen will, archiviert inaktive Kontakte. Das senkt laut Mailchimp die Kosten in künftigen Abrechnungszeiträumen, nicht im laufenden.

Speichert Klaviyo Daten in der EU?

Für bestehende Konten nicht. Klaviyos Datenschutz-FAQ (Stand 16.06.2026) nennt ein Rechenzentrum in den USA als einzigen Speicherort. Auf der Produktseite kündigt Klaviyo an, dass berechtigte Neukunden seit dem 15.09.2026 im Rahmen einer begrenzten Verfügbarkeit in einer EU-Umgebung in Deutschland angelegt werden können. Bestehende Konten können derzeit nicht umziehen, Klaviyo rechnet mit Migrationen ab dem ersten Quartal 2027.

Hat Mailchimp im Gratis-Tarif Automatisierungen?

Laut Mailchimps Tarifvergleich nicht: Marketing-Automatisierungen sind im Free-Tarif nicht enthalten. Im Essentials-Tarif sind Abläufe mit bis zu vier Schritten möglich, im Standard-Tarif bis zu 200 Flow-Punkte. Klaviyo und Brevo haben Automatisierungen schon im Gratis-Tarif, mit Grenzen beim Versand beziehungsweise bei der Zahl der Kontakte in Automatisierungen.

Welches E-Mail-Tool eignet sich für einen Shopify-Shop?

Alle drei lassen sich an Shopify anbinden und können Warenkorbabbruch- und Willkommensstrecken auslösen. Klaviyo übernimmt laut eigener Datenreferenz Bestellungen, einzelne Bestellpositionen, Versandstatus und Verhalten im Shop wie angesehene Produkte und Warenkörbe. Brevo speichert laut eigener Hilfe in der EU, Mailchimp ist im Gratis-Tarif auf Newsletter beschränkt. Welches passt, hängt davon ab, ob dir Shopdaten, Speicherort oder Preis wichtiger sind.