Google führt klassische Display-Kampagnen in Demand Gen zusammen. Seit Juni 2026 führt Google dafür schrittweise ein Umstellungstool ein. Später sollen neue Display-Kampagnen nur noch in Demand Gen entstehen, und was dann noch übrig ist, stellt Google automatisch um. Das Displaynetzwerk selbst bleibt. Es ändert sich der Kampagnentyp und mit ihm ein Teil der Gebots- und Zielgruppeneinstellungen. Stellst du selbst um, bestimmst du den Tag und räumst vorher auf. Wartest du, stellt Google die verbleibenden infrage kommenden Kampagnen später automatisch um, zu einem Termin, den Google bestimmt.
Was Google ändert und was bleibt
Laut Google-Ads-Hilfe (abgerufen am 14.10.2026) läuft die Umstellung in drei Schritten:
- Juni 2026: Google führt das Umstellungstool schrittweise ein. Berechtigte Werbetreibende können bestehende Display-Kampagnen damit freiwillig nach Demand Gen umziehen.
- Später: Neue Kampagnen mit Google-Displayanzeigen lassen sich nur noch in Demand Gen anlegen. Bestehende kannst du bis zu ihrer Umstellung weiter bearbeiten.
- Später: Die verbleibenden infrage kommenden Kampagnen werden automatisch umgestellt, „ohne dass Werbetreibende etwas tun müssen“.
Für die beiden späteren Schritte nennt Google kein Datum. Im Google-Blog vom 26.05.2026 steht nur, der Übergang solle voraussichtlich bis 2027 abgeschlossen sein. Ankündigen will Google die Termine über Benachrichtigungen im Google-Ads-Konto.
Gleich bleibt das Netz: In Demand Gen erreichst du laut Google dasselbe Displaynetzwerk mit mehr als 2 Millionen Websites und Apps. Wer nur dort werben will, kann das weiter tun, über die Kanaleinstellung auf Anzeigengruppenebene. Neu gegenüber Display sind laut Googles Vergleichstabelle Discover und Maps (Beta). Dazu kommen mehr Videoformate, auch Shorts. Insgesamt spielt Demand Gen auf YouTube, in Discover, in Gmail, in Google Maps und im Displaynetzwerk aus.
Ob dein Konto betroffen ist, siehst du in der Kampagnentabelle. Dort filterst du nach Kampagnentyp „Displaynetzwerk“. Entfernte Kampagnen werden nicht umgestellt. Pausierte und aktive können umgestellt werden, je nachdem, wie lange die letzten Display-Ausgaben im Konto zurückliegen. Performance Max ist ein eigener Kampagnentyp, auch wenn er das Displaynetzwerk mitbespielt. Googles Seite zur Umstellung handelt nur von Display-Kampagnen. Wie Performance Max die Flächen verteilt, steht in Performance Max für Shops.
Was in Demand Gen wegfällt
Die Liste der Funktionen ist auf Googles Hilfeseite vollständig aufgeführt. Für die meisten Shop-Konten zählt dieser Teil:
| Bereich | In Demand Gen nicht unterstützt | Googles Alternative |
|---|---|---|
| Gebote | Manueller CPC | Ziel-CPC |
| Gebote | Sichtbare Impressionen | Klicks maximieren |
| Gebote | Pay-per-Conversion | Ziel-CPA |
| Gebote | Gebotsanpassungen, saisonale Anpassungen, Portfolio-Gebote | keine genannt |
| Zielgruppen | Kombinierte Zielgruppen | Zielgruppe im Tool „Zielgruppenlisten“ definieren |
| Zielgruppen | Striktes Targeting auf Haushaltseinkommen und Elternstatus | nur als weiche Ziele oder Hinweise |
| Ausschlüsse | Ausschlüsse nach Eignung von Inhalten auf Kampagnenebene | nur noch auf Kontoebene |
| Formate | Hochgeladene HTML5-Anzeigen, Drittanbieteranzeigen | laut Google für Ende 2026 geplant |
| Messung | „Anzeigenwirkung auf die Markenbekanntheit“ und „Suchanstieg“ für das Displaynetzwerk | keine genannt |
Erhalten bleiben laut Google die automatischen Gebotsstrategien (Ziel-CPA, Ziel-ROAS, Conversions maximieren, Conversion-Wert maximieren, Klicks maximieren), Remarketing-Listen, Kundenabgleich, benutzerdefinierte Zielgruppen, Kontext-Targeting sowie Placement- und Themenausschlüsse. Für Shops wichtig: Produktfeeds werden unterstützt. Kampagnen mit Produktfiltern stellt das Tool aber nicht um. Du entfernst die Filter vorher und ersetzt sie danach durch Produktbereiche oder Eintragsgruppen. Neu sind ähnliche Segmente, Karussell-Anzeigen, mehr Videoformate und Berichte nach Format und Kanal.
Google nennt auch eine eigene Zahl: Werbetreibende, die das Displaynetzwerk in Demand-Gen-Kampagnen dazunehmen, sähen im Schnitt 9,5 % mehr ROI (Google-Blog vom 26.05.2026, Quelle laut Fußnote: Google-interne Daten, global, August 2025). Wie Google ROI dabei berechnet, steht nicht dabei. Von außen lässt sich das nicht nachprüfen, und für dein Konto sagt ein globaler Durchschnitt wenig.
Selbst umstellen oder warten
Google beschreibt zwei Wege. Der empfohlene ist das Umstellungstool. Es überträgt Einstellungen und den Leistungsverlauf der letzten bis zu 42 Tage auf die neue Kampagne. Die Lernphase verkürzt sich damit laut Google auf etwa ein bis zwei Tage, statt bei null anzufangen. Der zweite Weg: Du baust eine Demand-Gen-Kampagne neu und schichtest das Budget von der alten auf die neue Kampagne um. Eine identische Kopie neben der alten Display-Kampagne ist laut Google im Nachteil, weil das Original den Verlauf hat und die Kopie nicht.
Vier Dinge stehen in Googles Hilfe, die vor dem Klick bekannt sein sollten:
- Die Umstellung ist endgültig. Eine umgestellte Kampagne lässt sich nicht zurückverwandeln. Das Original bekommt den Status „Entfernt“ und bleibt für Berichte bis zu fünf Jahre im Konto. Die neue Kampagne trägt den alten Namen mit „#2“ dahinter.
- Alle Anzeigen werden neu geprüft. Unabhängig vom Weg gelten sie als neue Anzeigen. Google rät selbst deshalb zu einer frühen Umstellung, damit es keine Lücken in der Auslieferung gibt.
- Das Tagesbudget beginnt am Umstellungstag neu. Googles Beispiel: Hat die alte Kampagne von 50 € Tagesbudget schon 10 € ausgegeben, startet die neue für den Rest des Tages wieder mit 50 €. In den ersten 24 Stunden kann es zu Unter- oder Mehrauslieferung kommen. Nach unserer Einschätzung fällt das weniger ins Gewicht, wenn du früh am Tag umstellst, bevor viel ausgegeben ist.
- Laufende Studien zur Conversion-Steigerung solltest du nicht unterbrechen. Die umgestellte Kampagne wird nicht automatisch in die Studie übernommen.
Der Umzug kommt so oder so, und er lässt sich nicht rückgängig machen. Wer ihn selbst auslöst, wählt den Tag, räumt vorher auf und kann danach in Ruhe nachsteuern. Wer wartet, wird zu einem Termin umgestellt, den Google bestimmt, und wie dieser automatische Umzug abläuft, beschreibt Google bisher nicht.
Für die Umstellung beschreibt die Hilfeseite: Bestehende Einstellungen werden auf die „beste Entsprechung“ aus der vorherigen Kampagne gesetzt, neue Funktionen bleiben ausgeschaltet. Wie die automatische Umstellung im Einzelnen abläuft und was mit Kampagnen passiert, die das Tool heute wegen nicht unterstützter Einstellungen ablehnt, beschreibt die Seite nicht. Sie spricht nur von den „verbleibenden infrage kommenden Kampagnen“. Nach unserer Einschätzung ist das ein Grund mehr, nicht abzuwarten.
Vorher aufräumen: woran das Umstellungstool scheitert
Laut Hilfeseite stellt das Tool Kampagnen mit bestimmten Einstellungen nicht um. Für jeden Fall nennt Google eine Lösung. Bei Shop-Konten wirst du diese Punkte am ehesten finden:
- Gemeinsames Budget: Die Kampagne braucht vorher ein eigenes Budget.
- Produktfilter: vorher entfernen und nach der Umstellung durch Produktbereiche oder Eintragsgruppen ersetzen.
- Gebotsanpassungen auf Anzeigengruppenebene und bestimmte Ausschlüsse auf Anzeigengruppenebene: vorher entfernen.
- Ausschlüsse nach Eignung von Inhalten auf Kampagnenebene: auf die Kontoebene verschieben.
- Fehlendes Logo: Demand Gen verlangt ein Unternehmenslogo. Fehlt eines, setzt das Tool einen Platzhalter ein. Google übernimmt den Status der alten Kampagne, eine aktive läuft also sofort mit dem Platzhalter weiter. Hinterlege das Logo deshalb vorher oder direkt im Umstellungsablauf.
- Preispräfix oder benutzerdefinierter Werbetext: entfernen und nach der Umstellung durch die Werbetext-Optionen von Demand Gen ersetzen.
- Lead-Formular-Assets vorher entfernen. Click-to-Call-Assets unterstützt Demand Gen nicht. Google rät, der Kampagne einen zusätzlichen Call-to-Action hinzuzufügen, damit die Anzeigen ausgeliefert werden können.
Dazu kommen zwei Ablaufregeln aus Googles Hilfe. Nach einer Änderung an der alten Kampagne wartest du mindestens vier Stunden, bevor du das Tool startest. Und in einem Durchgang stellst du nicht mehr als 100 Kampagnen um. Die Bezeichnungen hier stammen aus der deutschen Hilfeseite, die Google selbst als möglicherweise KI-übersetzt kennzeichnet. In der Oberfläche können sie leicht abweichen.
Betreut eine Agentur dein Konto, frag sie, welche dieser Punkte bei dir zutreffen und wann sie umstellen will. Kann sie das nicht beantworten, ist das ein Hinweis, den du ernst nehmen solltest. Was beim Wechsel einer Google-Ads-Betreuung technisch zu beachten ist, steht in Google-Ads-Agentur wechseln.
Nach der Umstellung: die ersten Wochen
Google rechnet in den ersten Tagen mit Schwankungen in der Leistung und empfiehlt, Auslieferung und Ergebnisse eng zu beobachten. Die eigenen Empfehlungen für die Zeit danach sind konkret:
- Kanal: beim Umzug „Nur GDN“ beibehalten, damit die Einstellungen sauber übertragen werden. Weitere Kanäle wie YouTube oder Gmail kannst du danach hinzufügen.
- Zielgruppen: dieselben wie in der alten Kampagne, dazu empfiehlt Google einen Test mit ähnlichen Segmenten. Laut FAQ lassen sich solche neuen Zielgruppen in einer umgestellten Kampagne nur über eine neue Anzeigengruppe hinzufügen.
- Gebote: ähnliche Gebotshöhen wie vorher und ein Conversion-Attributionszeitraum von mehr als 28 Tagen. Beim Nachsteuern empfiehlt Google, Gebote nur um höchstens ±15 % zu ändern und eine Woche bis zur nächsten Änderung zu warten.
- Struktur: Anzeigengruppen mit ähnlichen Zielgruppenthemen zusammenfassen. Anzeigengruppen mit weniger als ungefähr 30 Conversions in 30 Tagen empfiehlt Google zusammenzuführen.
- Assets: mehr davon, ausdrücklich mit Logo und Video, damit die Anzeigen auf möglichst vielen Flächen ausgeliefert werden können.
Google begründet die ±15-%-Regel damit, Leistungsschwankungen zu vermeiden. Bei Meta ist der Mechanismus ausdrücklich beschrieben: Dort startet eine wesentliche Änderung die Lernphase neu. Nachzulesen in Die Lernphase bei Meta Ads. Ob dahinter wie bei Meta ein Neustart der Lernphase steht, sagt Google auf dieser Seite nicht.
Erst umziehen, dann vergleichen, dann erweitern. Wer alles am selben Tag ändert, weiß hinterher nicht, was gewirkt hat.
Nach unserer Einschätzung schaltest du die neuen Kanäle nicht gleich am Umstellungstag dazu. Läuft die Kampagne erst eine Weile nur im Displaynetzwerk, hast du eine Vergleichsgröße zur alten Display-Kampagne. Öffnest du sofort YouTube, Discover und Gmail, mischen sich Flächenwechsel und Kampagnenwechsel in einer Zahl. Demand Gen bietet Kanalberichte, die Aufteilung lässt sich also nachlesen. Bewerten solltest du trotzdem nur eine Änderung auf einmal. Woran du die Ergebnisse danach misst, steht in Was ist ein guter ROAS oder CPA?. Was Google Ads insgesamt kosten und wie du ein Budget herleitest, steht in Was kosten Google Ads?.
Quellen (abgerufen am 14.10.2026): Kampagnen mit Google-Displayanzeigen sind jetzt in Demand Gen verfügbar (Google-Ads-Hilfe, deutsch und englisch) · Google Display Network integration with Demand Gen (Google-Ads-Hilfe) · Google Display Ads has a new home in Demand Gen (Google-Blog, 26.05.2026)
Häufige Fragen
Wird das Google Displaynetzwerk abgeschafft?
Nein. Abgeschafft wird der Kampagnentyp, nicht das Netzwerk. Laut Google-Ads-Hilfe erreichst du in Demand Gen dasselbe Displaynetzwerk mit mehr als 2 Millionen Websites und Apps. Kampagnen nur im Displaynetzwerk sind weiter möglich, du stellst dafür in Demand Gen die Kanaleinstellung auf das Displaynetzwerk allein.
Wann werden Display-Kampagnen automatisch auf Demand Gen umgestellt?
Ein festes Datum nennt Google bisher nicht (Stand 14.10.2026). Seit Juni 2026 wird das Umstellungstool schrittweise eingeführt. Für später kündigt Google an, dass neue Display-Kampagnen nur noch in Demand Gen entstehen und die verbleibenden infrage kommenden Kampagnen automatisch umgestellt werden. Im Google-Blog vom 26.05.2026 heißt es, der Übergang solle voraussichtlich bis 2027 abgeschlossen sein.
Kann ich die Umstellung auf Demand Gen rückgängig machen?
Nein. Google schreibt ausdrücklich, dass umgestellte Kampagnen nicht wieder in Kampagnen mit Google-Displayanzeigen umgewandelt werden können. Die ursprüngliche Kampagne bekommt den Status „Entfernt“, bleibt aber für Berichte bis zu fünf Jahre im Konto.
Gibt es manuelle CPC-Gebote in Demand Gen?
Nein. Manueller CPC, sichtbare Impressionen und Pay-per-Conversion werden in Demand Gen nicht unterstützt. Google nennt als Ersatz Ziel-CPC, Klicks maximieren und Ziel-CPA. Gebotsanpassungen, saisonale Anpassungen und Portfolio-Gebote fallen ebenfalls weg.
Gehen beim Umstellen auf Demand Gen die Lerndaten verloren?
Mit dem Umstellungstool nicht ganz. Google überträgt den Leistungsverlauf der letzten bis zu 42 Tage. Die Lernphase verkürzt sich damit laut Google auf etwa ein bis zwei Tage. Baust du die Kampagne dagegen von Hand als Kopie nach, startet sie ohne diesen Verlauf und ist laut Google gegenüber dem Original im Nachteil.