ChatGPT Ads können Anzeigen direkt aus deinem Produktkatalog bauen: Du lädst einen Feed hoch, wählst je Anzeigengruppe per Filter die Produkte aus und legst eine Vorlage an, die Titel, Text, Preis, Bild und Zielseite aus dem Feed übernimmt. Die Mechanik ist sauber dokumentiert. Für einen deutschen Shop gibt es aber zwei Punkte, die vor jeder Arbeit am Feed geklärt gehören: OpenAIs Feed-Spezifikation nennt die USA als Standardmarkt, und der bequeme Weg über den vorhandenen Google-Feed ist nur nach Freigabe durch OpenAI vorgesehen. Stand der Angaben ist OpenAIs Dokumentation, abgerufen am 09.10.2026; Angaben aus verlinkten Artikeln tragen deren Stand. Der Kanal ist ausdrücklich Beta.
So ist eine Produktfeed-Kampagne aufgebaut
Die Grundstruktur kennst du aus ChatGPT Ads schalten: Kampagne, Anzeigengruppe, Anzeige. Bei Feed-Kampagnen verteilen sich die Entscheidungen so:
| Ebene | Was du einstellst | Was danach fest ist |
|---|---|---|
| Kampagne | Typ „Product feed”, den Feed, Ziel, Budget, Laufzeit, Länder | Kampagnentyp, Ziel und verknüpfter Feed |
| Anzeigengruppe | Produktauswahl über Filter, Gebotsstrategie | — |
| Anzeige | eine Vorlage, die Felder aus dem Feed einsetzt | höchstens eine nicht archivierte Vorlage je Anzeigengruppe |
Drei Unterschiede zur normalen Chat-Karte fallen sofort auf.
Geografisch steuerst du nur nach Ländern. Regionen, Städte oder Postleitzahlen, die bei normalen Kampagnen möglich sind, gibt es für neue Produktfeed-Kampagnen nicht.
Die Produktauswahl läuft über Filter. Gefiltert wird nach Marke, Kategorie, Preis oder Artikel-ID. Reicht das nicht, legst du im Feed eigene Etiketten im Feld ads_metadata an, etwa eine Produktlinie, und filterst darauf. OpenAI betont: Ein solches Etikett wählt nur Produkte aus, es bestimmt nicht, wem die Anzeige gezeigt wird. Ein Etikett „Hamburg” schränkt also nicht auf Nutzer in Hamburg ein.
Die Vorlage hat kaum Gestaltungsspielraum. In der API setzt sie Platzhalter für Marke, Produkttitel, Beschreibung und Preis ein; Bild und Zielseite kommen immer aus dem jeweiligen Produkt. Im Ads Manager lässt sich an der Vorlage laut OpenAI derzeit nur die Bildauswahl einstellen. Was in der Anzeige steht, entscheidet damit dein Feed, nicht ein Texter. Bei der Chat-Karte ist es umgekehrt.
Als Gebotsstrategie ist für geeignete neue Anzeigengruppen „Maximize results” voreingestellt: Die Gebote passt das System selbst an, um im Budget möglichst viele Klicks oder Conversions zu holen.
Was im Feed stehen muss
OpenAIs Spezifikation verlangt je Zeile neun Pflichtfelder:
| Feld | Inhalt |
|---|---|
item_id | dauerhafte, eindeutige ID je Artikel oder Variante, nie wiederverwenden |
title | Produktname inklusive Variante, möglichst höchstens 150 Zeichen |
description | sachliche Beschreibung als reiner Text, möglichst höchstens 5.000 Zeichen |
url | Produktseite, wenn möglich mit vorausgewählter Variante |
brand | Marke, wie sie auf der Produktseite steht |
seller_name | Name des Verkäufers, kein Platzhalter |
image_url | direkter Link auf das Hauptbild dieser Variante |
availability | in_stock, out_of_stock, pre_order, backorder oder unknown |
price | regulärer Preis, Betrag mit Punkt und Währungscode, z. B. 79.99 EUR |
Beim Preis passieren die meisten Fehler, weil das Format nicht dem deutschen entspricht: Dezimalpunkt statt Komma, kein Tausendertrennzeichen, Währungscode nach einem Leerzeichen. Fehlt der Wert bei der Verfügbarkeit oder wird er nicht erkannt, lehnt OpenAI die ganze Zeile ab. Kennt dein System den Bestand nicht, schreibst du ausdrücklich unknown.
Varianten bekommen je eine eigene Zeile: eigene item_id, gemeinsame group_id, dazu listing_has_variations auf true und die gewählten Optionen in variant_dict. Jede Zeile trägt ihren eigenen Preis, Bestand, Link und ihr eigenes Bild.
Optional, aber für Anzeigen relevant sind ein Angebotspreis (sale_price, nur gültig, wenn er niedriger ist als der reguläre Preis und in derselben Währung steht), Sternebewertung und Bewertungszahl (nur Produktbewertungen, keine Shopbewertungen), GTIN und weitere Bilder. OpenAI nennt Bilder, Titel, Sterne, Preise, Angebotspreise und die Marke als die Bestandteile, die Produktanzeigen zeigen.
Zwei Punkte gehören in Deutschland vor den ersten Upload, weil der Preis aus dem Feed direkt in der Anzeige steht. Die Spezifikation kennt kein eigenes Feld für einen Grundpreis, und wie OpenAI einen Grundpreis anzeigen würde, ist nicht dokumentiert. Außerdem zeigen Produktanzeigen laut OpenAI auch Angebotspreise. Ein Angebotspreis neben einem regulären Preis kann als Preisermäßigung gelten, und dafür stellt die Preisangabenverordnung eigene Anforderungen an den Vergleichspreis. Ob deine Anzeigen damit den deutschen Preisregeln genügen, klärst du mit deiner Rechtsberatung, bevor Ware mit Grundpreispflicht oder Streichpreisen in den Feed kommt.
Drei Wege, den Feed hochzuladen
Im Ads Manager legst du den Feed unter Tools → Feeds an und wählst dann den Weg:
| Weg | Wofür OpenAI ihn empfiehlt |
|---|---|
| CSV- oder TXT-Datei hochladen | zum Einstieg und für gelegentliche Aktualisierungen von Hand |
| Gehostete URL | wenn dein Katalog unter einer festen HTTPS-Adresse abrufbar ist |
| SFTP-Verbindung | wenn ein technisches Team die Übertragung automatisiert |
Der Haken am bequemsten Weg: Artikel laufen nach zwei Wochen ab. OpenAI empfiehlt deshalb ausdrücklich eine gehostete URL oder automatisierte SFTP-Uploads. Eine einmal hochgeladene Datei ist also kein Dauerzustand, sondern ein Test.
Die Verarbeitung dauert laut OpenAI je nach Feedgröße Minuten bis Stunden. Der Upload-Verlauf zeigt den Stand und abgelehnte Zeilen mit Grund, etwa ein ungültiges Preisformat. Ein verarbeiteter Upload heißt aber nicht, dass jedes Produkt ausgeliefert wird.
Über die API lassen sich Preis und Bestand einzelner Artikel auch per Delta-Schnittstelle ändern; den API-Zugriff auf Produktfeeds schaltet laut Doku das OpenAI-Account-Team frei. Ein Artikel auf out_of_stock fällt nach der Verarbeitung aus der Auslieferung. Das ist der eigentliche Grund für eine automatische Anbindung: Anzeigen für ausverkaufte Ware kosten Klicks, die nichts verkaufen.
Dein Google-Feed passt nicht automatisch
Die meisten Shops, die Google Shopping oder Performance Max nutzen, haben bereits einen gepflegten Produktfeed im Merchant Center. Naheliegend wäre, genau den auch für ChatGPT zu verwenden. OpenAI unterstützt dafür ein Google-kompatibles Format, aber mit Einschränkungen:
- Nur nach Bestätigung. OpenAI schreibt, dieses Format sei erst zu verwenden, nachdem OpenAI es für deinen registrierten Feed bestätigt hat.
- Nur Textdateien. Angenommen werden CSV, TSV oder TXT, auch gzip-komprimiert. XML, RSS, Atom und Tabellendateien unterstützt dieser Weg ausdrücklich nicht, ebenso wenig Spaltennamen mit
g:-Präfix. Liegt dein Google-Feed als XML-Datei vor, musst du ihn vorher umwandeln. - Kleine Abweichungen. Die Verfügbarkeit heißt hier
preorderstattpre_order,unknownwird nicht angenommen. Der Verkäufername kommt aus der Registrierung, nicht aus dem Feed. GTIN oder Herstellernummer (MPN) ist hier Pflicht, außer du kennzeichnest, dass es keine gibt. GTINs mit hausinternen Präfixen (etwa 02, 04, 2) übernimmt OpenAI nicht. - Eigene Etiketten bleiben nutzbar. Die Spalten
custom_label_0biscustom_label_4dienen als Filter für Anzeigengruppen.
Die gute Nachricht: Die Pflichtfelder entsprechen sich weitgehend, OpenAI ordnet sie in der Spezifikation einzeln den eigenen Feldern zu. Die Datenqualität überträgt sich, die Datei nicht ohne Weiteres.
Die offene Frage für deutsche Shops: der Markt
An dieser Stelle passen zwei Dokumente von OpenAI nicht sauber zusammen. Die Anleitung für Werbe-Feeds rechnet ihre Beispiele mit einem US-Katalog in US-Dollar und sagt, du sollst Länder und Währung verwenden, die zu deinem Katalog und deinem Werbekonto passen. Die Feed-Spezifikation, auf die dieselbe Anleitung verweist, sagt dagegen: Ein Standard-Upload ziele derzeit auf die USA, Länderspalten in den Zeilen änderten daran nichts, und weitere Märkte seien erst zu nutzen, wenn OpenAI die Anbindung samt erlaubten Ländern und Währungen bestätigt hat. Beim Google-kompatiblen Format steht derselbe Satz: ohne bestätigte Marktverarbeitung bleibe das Ziel die USA. Für die Länderspalte nennt die Spezifikation derzeit nur die USA, Kanada und Mexiko. Und ausdrücklich: Euro-Preise, eine .de-Adresse oder ein europäisches Größensystem wählen keinen Markt aus.
Was davon für ein deutsches Werbekonto mit Euro-Katalog gilt, lässt sich aus der Dokumentation nicht sicher ablesen. Deshalb diese Reihenfolge, vor der eigentlichen Arbeit:
- Vor der Arbeit am Feed beim OpenAI-Support oder Account-Team schriftlich bestätigen lassen, ob dein Konto Deutschland und Euro für Produktfeeds nutzen kann. Das ist der Weg, den die Spezifikation selbst vorsieht.
- Beim Anlegen von Feed und Kampagne nachsehen, ob Deutschland und Euro angeboten werden.
- Einen kleinen Testkatalog hochladen. Dass die Zeilen angenommen werden, sagt noch nichts über den Markt. Entscheidend ist die Produktzahl beim Anlegen der Anzeigengruppe.
Erst den Markt bestätigen lassen, dann den Feed bauen. Die Spezifikation nennt die USA als Standardziel. Ein sauberer Katalog nützt nichts, wenn er im falschen Markt landet. Die Bestätigung kommt von OpenAI, nicht aus einem erfolgreichen Upload.
Dazu kommt eine Einschränkung auf Kontoebene, die unabhängig vom Feed gilt: Neue Konten dürfen zunächst teils nur im eigenen Land werben, weitere Länder werden erst nach Identitätsprüfung und einer gewissen Ausgabenhöhe freigeschaltet. Und eine Abgrenzung, die oft verwechselt wird: Produkte aus einem Werbe-Feed erscheinen während der Beta laut OpenAI nur in Anzeigen, nicht in normalen ChatGPT-Antworten. Wie du organisch in solchen Antworten vorkommst, ist ein eigenes Thema; das steht in In KI-Antworten vorkommen.
Messung und Auswertung
Produktfeed-Kampagnen können auf Einblendungen, Klicks oder Conversions zielen. Bei Conversion-Kampagnen wird laut OpenAIs Entwickler-Doku je Klick abgerechnet, und beim Anlegen muss genau ein aktives Standard-Conversion-Ereignis verknüpft sein. Ohne funktionierende Messung über Pixel oder Conversions API ist dieses Ziel also nicht einmal anlegbar. Was die Abrechnungsarten und das Mindestbudget von 15 € am Tag je Kampagne für dein Budget bedeuten, steht in Was kosten ChatGPT Ads?.
Für die Auswertung zwei Eigenheiten, die sonst zu Fehlalarm führen:
- Der Reiter „Products” ist ein Bericht, keine Bestandsliste. Ein Produkt erscheint dort erst, wenn es ausgeliefert wurde. Nach Start der Auslieferung kann es bis zu sieben Stunden dauern, bis die ersten Produktzeilen auftauchen. Ein leerer Reiter heißt nicht, dass der Upload gescheitert ist.
- Die Zahlen laufen unterschiedlich schnell. Einblendungen, Klicks und Klickrate aktualisieren sich laut OpenAI etwa alle 15 Minuten, die Ausgaben erscheinen mit rund sieben bis acht Stunden Verzögerung.
OpenAI schreibt, Anzeigen aus Produktfeeds gehörten bislang zu den leistungsstärksten Anzeigen des Programms. Eine Zahl oder einen Maßstab dazu nennt OpenAI nicht; Performance-Benchmarks über Werbetreibende, Branchen oder Kampagnentypen hinweg gibt es nach OpenAIs eigener Aussage bislang nicht. Das ist eine Aussage des Anbieters über seinen eigenen Kanal. Wie groß die Nachfrage beim Einkaufen über KI-Chats heute tatsächlich ist, ordnet Kaufen Menschen wirklich per KI-Chat? ein.
Für welche Shops sich das heute lohnt
OpenAI richtet Feed-Kampagnen selbst an Händler mit breitem oder häufig wechselndem Sortiment. Das deckt sich mit der Mechanik: Je mehr Produkte, desto mehr spart die Vorlage gegenüber einzeln geschriebenen Chat-Karten. Ein Shop mit drei Produkten fährt mit Chat-Karten besser, weil er dort Text und Winkel selbst bestimmt, statt sie dem Feed zu überlassen.
Am wenigsten Zusatzarbeit hat, wer einen gepflegten Merchant-Center-Feed als Textdatei unter einer festen Adresse ausgeben kann. Am meisten steckt dort, wo Varianten, Bilder und Preise erst in eine saubere Struktur müssen. Diese Arbeit lohnt sich kanalübergreifend, weil Google und Meta dieselben Daten brauchen.
Eine sinnvolle Reihenfolge für den Einstieg: Markt mit einem Testupload klären, Messung einrichten, Feed über eine gehostete URL anbinden und mit einer kleinen, per Filter ausgewählten Produktgruppe starten. Die ersten eigenen Zahlen sind dann der einzige Maßstab, den es auf diesem Kanal bisher gibt.
Quellen (abgerufen am 09.10.2026): Create Campaigns from Product Feeds · Frequently asked questions · Product Feeds · Targeting · Feed-Spezifikation „Products“
Häufige Fragen
Kann man bei ChatGPT Ads einen Produktfeed nutzen?
Ja. Im Ads Manager legst du unter Tools → Feeds einen Produktfeed an, lädst deinen Katalog hoch und erstellst eine Kampagne vom Typ Produktfeed. Je Anzeigengruppe wählst du per Filter aus, welche Produkte beworben werden, und legst eine Anzeigenvorlage an, die Titel, Text, Preis, Bild und Zielseite aus dem Feed übernimmt. Der Kanal ist laut OpenAI Beta.
Welche Felder braucht ein Produktfeed für ChatGPT Ads?
OpenAIs Spezifikation nennt neun Pflichtfelder je Zeile: item_id, title, description, url, brand, seller_name, image_url, availability und price. Der Preis steht als Betrag mit Punkt und Währungscode, zum Beispiel 79.99 EUR. Varianten wie Größe oder Farbe bekommen je eine eigene Zeile mit gemeinsamer group_id. Produkt- und Bild-URLs müssen öffentlich per HTTPS erreichbar sein.
Kann ich meinen Google-Merchant-Center-Feed für ChatGPT verwenden?
Nur eingeschränkt. OpenAI unterstützt ein Google-kompatibles Format, aber ausdrücklich erst, nachdem OpenAI es für deinen registrierten Feed bestätigt hat. Angenommen werden dann nur CSV-, TSV- oder TXT-Dateien, auch gzip-komprimiert, nicht aber XML, RSS, Atom oder Tabellendateien. Ein Feed, der nur als XML vorliegt, muss vorher umgewandelt werden.
Funktionieren ChatGPT-Produktanzeigen für Shops in Deutschland?
Das ist am 09.10.2026 nicht eindeutig dokumentiert. OpenAIs Anleitung für Produktfeeds sagt, du sollst Länder und Währung deines Katalogs verwenden. Die zugehörige Feed-Spezifikation sagt aber, ein Standard-Upload ziele derzeit auf die USA, weitere Märkte erst nach Bestätigung durch OpenAI. Für die Länderspalte nennt die Spezifikation derzeit nur die USA, Kanada und Mexiko. Lass dir deshalb vor der Arbeit am Feed von OpenAI bestätigen, ob dein Konto Deutschland und Euro nutzen kann; ein erfolgreicher Upload allein beweist das nicht.
Erscheinen Produkte aus dem Feed auch in normalen ChatGPT-Antworten?
Nein, nicht über diesen Weg. OpenAI schreibt, dass Produkte aus einem Werbe-Feed während der Beta nur für Anzeigen verwendet werden und nicht in organischen ChatGPT-Gesprächen erscheinen. Ob das später möglich wird, lässt OpenAI offen. Die organische Sichtbarkeit in KI-Antworten ist ein eigenes Thema mit eigenen Regeln.